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Informationen zum Therapieablauf

Die Häufigkeit der Sitzungen und die Dauer der Therapie hängen von der Diagnose, dem Ausmaß Ihrer Problematik und Ihrer persönlichen Situation ab. Je nach Störungsbild ist eine Kurzzeit oder eine Langzeittherapie empfehlenswert.

Kurzzeittherapie

Bei einer Kurzzeittherapie genehmigt die Krankenkasse maximal 25 Sitzungen. Sie finden über ein Jahr verteilt statt. Wenn darüber hinaus noch Bedarf besteht, kann die Therapie mit der Beantragung weiterer 25 Sitzungen in eine Langzeittherapie umgewandelt werden. 

Langzeittherapie

Eine längere Therapie beinhaltet 50 Sitzungen und kann über zwei Jahre gehen. In der Langzeittherapie kann eine intensive, tiefgehende Arbeit an Konflikten stattfinden, die das Leben erheblich beeinträchtigen.

Dauer und Termine

In der Regel finden die Therapiesitzungen im ein- oder zweiwöchigen Rhythmus statt; gegen Ende einer Therapie ggf. auch seltener. Eine Therapiesitzung dauert 50 Minuten. Jeder Termin ist verbindlich. Falls Sie verhindert sind, sagen Sie bitte frühzeitig ab, da sonst ein Ausfallhonorar fällig wird.

Erstgespräch, probatorische Sitzungen und Diagnostik

Vor dem eigentlichen Therapiebeginn vereinbaren Sie mit mir ein unverbindliches Erstgespräch, so dass wir uns ein Bild voneinander machen können. Im Erstgespräch schildern Sie Ihre Problematik und Beschwerden und geben mir ein paar Informationen zu Ihrer Lebensgeschichte, sowie zur psychosozialen und beruflichen Situation. Natürlich beantworte ich auch Ihre Fragen.

An das Erstgespräch können sich bis zu vier Probesitzungen anschließen, in denen wir uns näher kennenlernen. In dieser Phase geht es darum, das Gesamtbild aller Beschwerden zu erfassen und diesem Bild eine Diagnose zuzuordnen - von Fall zu Fall setze ich dabei auch psychologische Testverfahren ein.

Während der probatorischen Sitzungen können Sie jederzeit entscheiden, ob Sie die therapeutische Behandlung durchführen möchten.

Fragen & Antworten

  • Wie lange dauert Psychotherapie?

    Die Krankenkassen begrenzen die Stundenzahl für Psychotherapie.

    Eine Kurzeittherapie (KZT) beinhaltet 25 Sitzungen plus 5 Probesitzungen und dauert 12 Monate. Im Falle, dass der Prozess nicht abgeschlossen ist, können weitere 25 Sitzungen beantragt werden.

    Eine Langzeittherapie (LZT) beinhaltet 50 Sitzungen über 2 Jahre. Bei strukturellen Störungen, die sich in praktisch alle Lebensbereiche des Patienten hinein erstrecken (z.B. Borderline- oder, narzisstische Persönlichkeitsstörung, Essstörungen), ist diese Therapiedauer angezeigt.

  • Wann ist eine ambulante Psychotherapie ungeeignet?

    Eine ambulante Psychotherapie setzt eine gewisse körperliche und psychische Stabilität des Patienten voraus.

    In manchen Fällen ist zunächst eine andere Behandlungsform sinnvoll bzw. erforderlich, bevor die ambulante Psychotherapie ihre Wirkung entfalten kann. So wird etwa eine ambulante Suchttherapie für alkoholabhängige Patienten nur im "trockenen" Zustand durchgeführt. Zuvor muss eine stationäre Entgiftung und Entwöhnung erfolgt sein. Auch Patienten in suizidalen Krisen werden zunächst während eines Klinikaufenthaltes stabilisiert, bevor sie eine ambulante Psychotherapie beginnen.

  • Wann ist eine stationäre Therapie ratsam?

    Manchmal reicht eine ambulante Psychotherapie für die Genesung nicht mehr aus. Eine stationäre Behandlung ist angezeigt, wenn eine Selbst- oder Fremdgefährdung zu befürchten ist oder wenn die Schwere der Erkrankung eine intensive ärztliche Betreuung erfordert. Die folgende Liste fasst die Indikationen für eine stationäre Behandlung zusammen:

    • Beim Vorliegen einer schweren psychischen Störung 
    • Wenn die Behandlung multimodale Behandlungsansätze erfordert 
    • Wenn die ambulante Therapie unzureichend ist: mangelnder Besserung bzw. Verschlimmerungstendenzen
    • Wenn körperliche Begleiterkrankungen vorliegen, die tägliche ärztliche Kontrollen erforderlich machen (komplexes Krankheitsbild)
    • Bei außergewöhnliche bedrückenden Umständen in der Familie oder im Beruf - der Patient muss raus aus dem Konfliktfeld
    • Bei geringer Motivation / geringem Krankheitsverständnis 
    • Bei Selbst- oder Fremdgefährdung
  • Wie erkenne ich, ob dies der richtige Therapeut für mich ist?

    Es zählen die Methode bzw. fachliche Qualifikation und die Person des Therapeuten. Fragen Sie sich selbst, ob Sie mit Ihrem Behandler offen und vertrauensvoll reden können. Die Therapie kann nur wirken, wenn die Beziehung von Vertrauen und Respekt geprägt ist.

  • Kann ich den Therapeuten noch wechseln, wenn die Probesitzungen vorüber sind?

    Die bereits bewilligten Stunden sind zunächst personenbezogen und nicht auf einen anderen Psychotherapeuten übertragbar.

    Wenn also beispielsweise 25 Sitzungen genehmigt wurden und Sie nach der 15. Sitzung den Psychotherapeuten wechseln möchten, können Sie die verbleibenden 10 Stunden nicht automatisch bei einem anderen Psychotherapeuten in Anspruch nehmen.

    Der neue Therapeut muss einen neuen Antrag auf Kostenübernahme stellen, dem aber häufig von der Krankenkasse zugestimmt wird.

  • Ich habe keine Zeit für Therapie. Kann ich nicht einfach Medikamente nehmen?

    Manche Patienten sind von dem Gedanken an eine Psychotherapie nicht gerade begeistert. Sie wollen nicht lange reden, sondern möglichst schnell gesund werden.

    Wenn Medikamente jedoch nicht wirken, ist es naheliegend, dass sich das Denken, die mentalen Einstellungen und die erlernten Methoden der Konfliktbewältigung ändern müssen. Das können Medikamente alleine nicht leisten.

    Die Chance, ihnen mit einer Kombinationstherapie helfen zu können, ist deutlich größer, als mit einer Therapiemethode allein.  

Praxis Dr. Martinez: Blick in die Praxis